Stromgewinnung mit Trinkwasser


Genossenschaftsmitglieder besichtigten am 14.09. den Hochbehälter am Lindenberg, in dem die SVB eine Anlage zur Gewinnung von Strom mit Hilfe der Bewegungsenergie von Trinkwasser betreibt.

Der Initiator der Anlage, Dipl.-Ing. Bernd-Dieter Ferger, bei den SVB seit Jahren als Technischer Prokurist tätig, erläuterte, wie die Anlage funktioniert. Aus einem höher gelegenen Hochbehälter strömt das Trinkwasser durch ein Rohrsystem in den Behälter „Lindenberg“. Mittels einer rückwärts laufenden Pumpe im Turbinenbetrieb wird die Fließrichtung des Wassers umgekehrt. Dabei treibt das Pumpenlaufrad über eine Welle einen Generator an. Dieser wandelt die Energie des strömenden Wassers in elektrischen Strom um.

Die Stundenleistung der Pumpe beträgt bis zu 9,5 KW, so dass bei einer Laufzeit bis ca. 17 Stunden täglich ca. 160 KW/h erzeugt werden können, jährlich also über 55.000 kWh. Dies entspricht dem Durch-schnittsverbrauch von 15 Einfamilienhäusern. Die Komponenten der Anlage sind keine neuen Erfindungen. Neu ist das Zusammenspiel von Pumpe und Generator, das die Nutzung bisher ungenutzter Energie möglich macht.

Der so erzeugte Strom wird gemäß Erneuerbare-Energine-Gesetz (EEG) als Strom aus Wasserkraft mit zur Zeit ca. 12 Cent vergütet. Die Investitionskosten einer solchen Anlage sind im Vergleich zu anderen Erzeugungsanlagen wie Photovoltaik und Windenergieanlagen gering. Da die Anlagen praktisch wartungsfrei sind und keine laufenden Kosten anfallen, amortisieren sie sich schon nach ca. 6 Jahren. Weitere Pluspunkte: die Erträge sind witterungsunabhängig und die Anlagen beeinträchtigen nicht Natur und Landschaftsbild.

Eine pfiffige Idee, die hoffentlich viele Nachahmer finden wird, und eine tolle Ergänzung zu anderen Arten der regenerativen Energieerzeugung. Die SVB haben weitere Anlagen in Planung. Zur Erinnerung gab es für jeden Besucher einen mit Wasser betriebenen Taschenrechner.

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